![]() |
![]() |
Rahmenlehrplan der SBG (Graphologie)
1. Die Schrift und die Schriftentwicklung
2. Die Geschichte und die Entwicklung der Graphologie
3. Die Anwendung der Graphologie
4. Die verschiedenen Aspekte der graphologischen Methode
5. Das graphologische Gutachten
6. Nichtgraphologische, aber für den Graphologen nötige Kenntnisse
1. Die Schrift und die Schriftentwicklung
Richtziel
Die Entstehung des Schreibens und die Schriftentwicklung beschreiben und die wichtigsten Daten nennen können. Die Entwicklung der persönlichen Handschrift unter dem Einfluss der Schulschriftvorlagen schildern und die Auswirkungen auf die aktuelle Handschrift beschreiben und nach graphologischen Gesichtspunkten beurteilen können.
1.1 Die Entstehung der Schrift und die Entwicklung der persönlichen Handschrift
Lernziel: Die Schriftentstehung und ihre Entwicklung von der Bilderschrift zur eigentlichen Handschrift anhand von Beispielen erläutern können.
1.1.1 Von der Bilderschrift zur Buchstabenschrift
Die Entwicklung der Bilderschriften und die Entwicklung der Buchstabenschriften schildern können.
1.1.2 Die verschiedenen Schriftarten und -stile
Die gebräuchlichen Schriftarten und -stile in knappen Worten beschreiben und die heute in West- und Mitteleuropa verwendeten Schriftarten und -stile erläutern können.
1.1.3 Die unterschiedlichen Schriftbilder
Die unterschiedlichen Schriftbilder der Handschriften in verschiedenen Kulturen in ihrer Erscheinungsformen beschreiben und erklären können.
1.1.4 Der Mitteilungscharakter der Schrift
Die Art und Form der unterschiedlichen Mitteilungscharaktere der Schriften beschreiben können.
1.2 Die verschiedenen Schulschriftvorlagen und ihr Einfluss auf die Handschrift
Lernziel: Den Einfluss von Schulschriftvorlage und des Schreibunterrichtes auf die Entwicklung der persönlichen Handschrift schildern und begründen können. Die Schulschriftvorlagen mit Erwachsenenhandschriften vergleichen und die Abweichungen erkennen, beschreiben und interpretieren können.
1.2.1 Schulschriftvorlagen (gültig von/bis sowie in welchem Land)
Soweit im Unterricht oder der Praxis des Kandidaten vorhanden, kennen und Abweichungen in der persönlichen Handschrift erkennen, beschreiben und interpretieren können.
1.2.2 Die derzeitige/n Landesschulschriftvorlage/n und diejenigen der letzten 50 Jahre
Die aktuelle Schulschriftvorlage sowie die massgebenden Schulschriftvorlagen des Wohnsitzlandes der letzten Jahrzehnte kennen und Störungen in der persönlichen Handschrift erfassen, beschreiben und einordnen können.
2. Die Geschichte und die Entwicklung der Graphologie
Richtziel
Die Anfänge der Graphologie und ihre Entwicklung beschreiben und wichtige historische Ereignisse schildern und dabei die Unterschiede zur heutigen Auffassung erläutern können. Die Bedeutung der graphologischen Arbeiten im Vergleich zur heutigen Situation erklären und die einflussreichsten Autoren und deren Beitrag zur Situation und Entwicklung der Graphologie erklärend und vergleichend schildern können.
2.1 Von Prosper Aldorisius und Camillo Baldo bis zur Gegenwart
2.1.1 Von den Ursprüngen der Graphologie bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
Die Anfänge der Graphologie und ihre Entwicklung und Bedeutung in ihrer jeweiligen Zeit zusammenfassend schildern könnnen.
2.1.2 Die Entwicklung der Graphologie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts
Die Stellung und Bedeutung der Graphologie am Anfang des 20. Jahrhunderts schildern, die massgebenden Repräsentanten, ihren Beitrag und ihre Bedeutung für die Graphologie und das Ergebnis ihrer Leistung erläutern können.
2.1.3 Die graphologische 'Neuzeit' seit Beginn der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts
Die Bedeutung der Graphologie und ihren Stellenwert innerhalb der ausdruckskundlichen Diagnostik ab Mitte der fünfziger Jahre schildern und die Gründe für die jeweilige Entwicklung erläutern können. Die Einflüsse und den Entwicklungsweg der Graphologie bis zu ihrer heutigen Stellung ausführlich erläutern und begründen können.
2.2 Autoren graphologischer Werke, die Marksteine setzten
Lernziel: Die bekanntesten Autoren nach ihrem Einfluss auf die graphologische Wissenschaft und nach ihrem Beitrag zur Entwicklung der Graphologie kennen, die gegenseitigen Leistungen in ihrem Gewicht unterscheiden und inhaltlich differenzierend schildern und beurteilen können.
2.2.1 Die prägenden Autoren (wie Heiss, Klages, Müller-Enskat, Pophal, Pulver, Teillard usw.)
Die Haupteinflüsse und Leistungen der einzelnen Autoren kennen, beschreiben und miteinander vergleichend beurteilen können.
2.2.2 Die interpretierenden und systematisierenden Autoren (wie Pfanne, Knobloch, Lokowandt, Lüke, Pokorny, Wallner, Wieser, Wittlich usw.)
Die Haupteinflüsse und Leistungen der einzelnen Autoren kennen, beschreiben und vergleichend beurteilen können. Den methodischen und didaktischen Aufbau der Werke schildern können.
2.2.3 Die forschenden Autoren (wie Avé-Lallemant, Doubrawa, Lokowandt, Wallner usw.)
Die Haupteinflüsse und Leistungen der einzelnen Autoren kennen, beschreiben und beurteilen können.
2.2.4 Die französischsprachigen Autoren (wie Crépieux-Jamin, Hippolyte Michon, Gille-Maisani usw.)
Den Einfluss der französischen Graphologie auf die im deutschsprachigen Raum durch Klages und die anderen modernen Autoren eingeführte Lehrmeinung kennen, und schildern können.
3. Die Anwendung der Graphologie
Richtziel
Die nötigen Voraussetzungen für das Erstellen eines graphologischen Gutachtens kennen und auf ihre Tauglichkeit bezüglich der Interpretationsfähigkeit beurteilen können. Den graphologischen Interpretations- und Aussagerahmen einhalten und erklären sowie die Aussage im Hinblick auf Einschränkungen begründen können. Die Eignung, die Zuverlässigkeit, die Möglichkeiten und Grenzen der graphologischen Methode in verschiedenen Anwendungsgebieten erkennen und beurteilen können. Den angemessenen Einsatz und Gebrauch der Hilfsmittel praktizieren und begründen können. Die Validität der graphologischen Methode erläutern und dokumentieren können.
3.1 Die zur Interpretation nötigen Unterlagen
Die für eine graphologische Arbeit nötigen Unterlagen aufzählen und im Einzelfall deren Notwendigkeit begründen können.
3.2 Die schreibtechnischen Voraussetzungen
Die schreibtechnisch zum Einsatz gelangten Mittel anhand des Schriftstückes erkennen und interpretieren können.
3.3. Was kann die Graphologie, was kann sie nicht?
Grade und Grenzen graphologischer Aussagen klar definieren und Dritten gegenüber verständlich erklären und begründen können. Den von der Standesordnung gegebenen Rahmen kennen und erläutern können.
3.4 Wo kann die Graphologie eingesetzt werden?
Die Einsatzgebiete der graphologischen Methode kennen und im Einzelfall ihre Tauglichkeit erklären und anhand von Beispielen begründen können.
3.5 Die Gültigkeit der graphologischen Methode
Arbeiten betreffend Validität der Graphologie und deren Ergebnisse kennen, schildern und im Vergleich mit anderen Testmethoden erläutern können.
3.6 Die Arbeitsinstrumente und Hilfsmittel des Graphologen
Die Bedeutung und den Einsatz der arbeitstechnischen Hilfsmittel des Graphologen kennen, schildern und begründen können. Die Beherrschung der einzusetzenden Hilfsmittel anhand von Arbeitsproben belegen können.
3.6.1 Merkmalsprotokolle
Den Sinn und Zweck von Merkmalsprotokollen kennen und erläutern können. Merkmalsprotokolle beschreiben, ausfüllen und beurteilen können. Mindestens zwei verschiedene Merkmalsprotokollarten kennen und erläutern können.
3.6.2 Massstab, Winkelmass, Lupe
Die Hilfsmittel Massstab, Winkelmass und Lupe sinnvoll einsetzen und korrekt anwenden können
3.6.3 Merkmalstabellen
Den Sinn und Zweck von Merkmalstabellen erläutern und begründen sowie den Einsatz und die Grenzen solcher Merkmalstabellen schildern und an Beispielen begründen können.
4. Die verschiedenen Aspekte der graphologischen Methode
Richtziel
Die Ganzheitsmerkmale sowie die übergreifenden Befunde und die Eindruckscharaktere erfassen, nachvollziehbar beschreiben und ihre Einflussqualität im Einzelfall entsprechend einordnen können. Die Einzelmerkmale richtig erkennen und erfassen und ihrer Gemeinsamkeit zuordnen sowie in ihrer Qualität beschreiben und bedeutungsmässig einordnen können. Die graphischen Komplexe und Merkmale interpretieren und in der gegenseitigen Wechselbeziehung qualitativ richtig werten können.
4.1 Ganzheitsmerkmale, übergreifende Befunde, Eindruckscharaktere
Lernziel: Die Ganzheitsmerkmale, die übergreifenden Befunde und die Eindruckscharaktere im einzelnen beschreiben und anhand von Schriftbeispielen erfassen und erläutern und in der Gesamtheit aller Merkmale entsprechend einstufen und gewichten können, so dass auch Dritte die Qualifikationen nachvollziehen können.
4.1.1 Einheitlichkeit
Die harmonisch oder unharmonisch wirkenden Verhältnisse der Schreibbewegung sowie der Form- und Raumbehandlung eindeutig beschreiben können, so dass der Tatbestand der Gleichgewichtigkeit oder der Ungleichgewichtigkeit auch durch Dritte nachvollzogen werden kann und der Eindruck der "Ausgewogenheit" oder "Unausgewogenheit" des Schriftbildes erkannt wird.
4.1.2 Eigenart
Die Interpretation der Eigenart nach Ludwig Klages (Einbezug des Rhythmus) erläutern und die durch Müller-Enskat geprägte Auslegung der Eigenart (unberücksichtigt von Rhythmus nur die Abweichung von der schulmässigen Schriftvorlage) anhand von Schriftbeispielen erklären können.
4.1.3 Bewegung und Form
Den Schreibvorgang, durch den das Schriftmerkmal als Bewegung im Raum und in der Zeit zur Form wird, in seiner Komplexität erläutern können.
4.1.3.1 Unabhängig von Raum und Zeit (Bewegung und Form an sich)
Die Begriffe von "Bewegung an sich" und "Form an sich" unabhängig von Raum und Zeit im Sinne von 'Bewegtheit' und 'Geformtheit' erläutern können.
4.1.3.2 Raumaspekt von Bewegung und Form
Die Begriffe 'Schreibraum', 'Zonenraum', 'Links-Rechts-Raum-Aspekt' im Sinne von Raum- und Richtungsqualitäten erläutern können.
4.1.3.3 Zeitaspekt von Bewegung und Form
Das Schreiben als Bewegungsausdruck und Formsymbol in der Beziehung zum Raum- und Zeitaspekt erläutern können.
4.1.4 Rhythmus
Die verschiedenen Rhythmusbegriffe klar umschreiben und erläutern sowie an Schriftbeispielen erfassen und erklären können. Den Unterschied zwischen Rhythmus und Takt schildern sowie die unterschiedlichen Rhythmusbegriffe in ihrer Qualität vergleichen und erläutern können. Im Einzelfall die Verwendung eines bestimmten Rhythmusbegriffes begründen können.
4.1.4.1 Bewegungsrhythmus
Den Begriff des 'Bewegungsrhythmus' im Sinne der unterschiedlichen Interpretation verschiedener Autoren erklären und anhand von Schriftbeispielen vergleichend erläutern können.
4.1.4.2 Formrhythmus
Den Begriff des 'Formrhythmus' im Sinne der unterschiedlichen Interpretation verschiedener Autoren erklären und anhand von Schriftbeispielen vergleichend erläutern können.
4.1.4.3 Verteilungsrhythmus
Den Begriff des 'Verteilungsrhythmus' erklären und gegenüber den Begriffen 'Raumrhythmus' und 'Ebenmass der Massenverteilung' abgrenzen und erläutern können.
4.1.5 Versteifungsgrad
Die Komplexität der Versteifungsgrade als Spannungserscheinungen im Sinne Pophals erläutern und anhand von Beispielen erklären können. Die vier Pophalschen Schreibtypen kennen. Die trotz neuer hirnphysiologischer Erkenntnisse heute noch bestehende Bedeutung der Versteifungsgrade bei der graphologischen Arbeit schildern können.
4.1.6 Eindrucksbilder
Die von verschiedenen Autoren, insbesondere Heiss, geschaffenen Gesamtcharaktere einer Schrift als Raum-, Form-, Bewegungs- und Farbbild anhand von Schriftbeispielen erklären, erläutern und mit anderen ähnlichen Gesamteindrucksqualitäten vergleichen können.
4.1.7 Die Prinzipien von Klages
Die Lehre von Klages in ihren Schwerpunkten und in ihrer Bedeutung schildern und erklären können. Die Klages-Prinzipien erläutern und gegenüber anderen ähnlichen Qualitätsgesichtspunkten schildern und in ihrer jeweiligen Bedeutung erklären können (z. B. Wesensgehalt).
4.1.7.1 Darstellungsprinzip
Das Darstellungsprinzip in seinem Grundsatz und seiner Einschränkung im Sinne von Klages erläutern und die Bedeutung für die Graphologie schildern können.
4.1.7.2 Ausdrucksprinzip
Das Ausdrucksprinzip in seinem Grundsatz und seiner Einschränkung im Sinne von Klages erläutern und die Bedeutung für die Graphologie schildern können.
4.1.7.3 Formniveau
Den Begriff des 'Formniveaus' und seine Entstehung erklären und interpretieren sowie seine praktische Bedeutung erläutern können. Das sprachliche Verständnis des Ausdrucks 'Formniveau' hinsichtlich seiner Bedeutung erklären und mit anderen ähnlichen Qualitätsbegriffen vergleichen können (Wesensgehalt).
4.1.8 Symbolik des Schriftfeldes
Die Bedeutung der Symbolik des Schriftfeldes erläutern und anhand von Schriftbeispielen erklären und mit der Interpretation von "Raum- und Schreibzonen" vergleichen können.
4.1.9 Grundrhythmus
Den Begriff des 'Grundrhythmus' erklären und seine Bedeutung schildern können.
4.2 Einzelmerkmale
Lernziel: Die Einzelmerkmale einer Schrift erfassen und ihrer Bedeutung gemäss registrieren, in der gegenseitigen Beeinflussung und Aussagekraft beurteilen und bei der Gutachtenaussage angemessen berücksichtigen können. Den Unterschied zwischen Einzelmerkmalen mit geringer Komplexität und höherer Komplexität erklären und ihren Einfluss auf die Aussage beschreiben können.
4.2.1 An der fertigen Schrift messbare Merkmale mit festgelegten Mittelwerten
Die Merkmale erfassen und registrieren sowie ihre Bedeutung richtig und dem Vorkommen unter dem Aspekt der Gesamtheit der Schrift gemäss interpretieren können.
4.2.1.1 Kleinheit und Grösse
Die Schriftgrösse erklären, eindeutig durch Messung an verschiedenen Textstellen erfassen und dem richtigen Mass zuordnen und interpretieren können.
4.2.1.2 Enge und Weite
Die Schriftweite erklären, durch Messung an verschiedenen Textstellen erfassen und unter Berücksichtigung der Hauptergebnisse und der Schwankungsbreite der Messungen dem richtigen Mass zuordnen können. Den Unterschied zu sekundärer Enge/Weite registrieren und interpretieren können.
4.2.1.3 Neigungswinkel
Den Neigungswinkel erklären, eindeutig durch Messung an verschiedenen Textstellen erfassen und unter Berücksichtigung der Schwankungsbreite dem richtigen Mass zuordnen und im Gutachten angemessen interpretieren können.
4.2.1.4 Längenunterschiedlichkeit
D ie Längenunterschiedlichkeit erklären, durch Messungen feststellen und dem richtigen Stärkegrad zuordnen und im Gutachten angemessen interpretieren können. Die Längenunterschiedlichkeit gegenüber der Längenteilung erklären und interpretieren können.
4.2.1.5 Längenteilung
Die Längenteilung erklären, durch Messungen und durch das Ergebnis der Verhältniszahlen feststellen und dem richtigen Ausprägungsgrad zuordnen und interpretieren können. Die Längenteilung gegenüber der Längenunterschiedlichkeit erklären und interpretieren können.
4.2.1.6 Regelmass
Das Regelmass anhand der dafür geeigneten Merkmale erfassen, begründen und interpretieren können. Das Regelmass gegenüber dem Aspekt der Gliederung abgrenzen und erklären können. Die Bedeutung der Merkmalserfassung "Regelmass" mit anderen qualitativ ähnlichen oder annähernd gleichwertigen Aspekten erklären und bei der Interpretation und der Gutachtenformulierung angemessen berücksichtigen können.
4.2.1.7 Gliederung
Die Gliederung anhand der Merkmalskriterien feststellen und begründen können. Den Einfluss des Merkmals "Gliederung" auf die Gesamtaussage im Gutachten erläutern können.
4.2.2 Während des Schreibens messbare oder an der fertigen Schrift schätzbare Merkmale
Die Merkmale erfassen sowie ihre Bedeutung dem Vorkommen unter dem Aspekt der Gesamtheit der Schrift angemessen interpretieren, die Aspekte der 'Schätzung' erläutern und anhand von Schriftbeispielen erklären und begründen können.
4.2.2.1 Druckgebung, Breitfederwechselzug, Griffdruck
Die Methoden der Schätzung und Erfassung des Druckes am fertigen Schriftbild erläutern und anhand von Schriftbeispielen erklären, interpretieren und begründen können.
4.2.2.2 Schärfe und Teigigkeit (Strichvortrag)
Die Erfassung von Schärfe und Teigigkeit erläutern und anhand von Schriftbeispielen interpretieren und begründen können
4.2.2.3 Strichstruktur
Das Strichbild erfassen, die verschiedenen Strichstrukturen beschreiben und anhand von Schriftbeispielen erläutern können.
4.2.2.4 Verbundenheitsgrad
Die Kriterien der Erfassung des Verbundenheitsgrades aufzählen sowie anhand von Schriftbeispielen erklären und interpretieren können.
4.2.2.5 Tempo
Die Kriterien der Erfassung des Schreibtempos aufzählen und erläutern sowie anhand von Schriftbeispielen und interpretieren können.
4.2.3 Eindeutig beschreibbare, an der Schrift durch Schätzung oder Zählung erfassbare Merkmale
Die Merkmale erfassen sowie ihre Bedeutung unter dem Aspekt der Gesamtheit der Schrift angemessen interpretieren können. Die Aspekte der 'Schätzung' erläutern und anhand von Schriftbeispielen begründen können.
4.2.3.1 Magerkeit und Völle (Flächigkeit)
Die Beurteilungskriterien für die Flächigkeit der Schrift aufzählen und erläutern und anhand von Schriftbeispielen begründen können.
4.2.3.2 Vereinfachung und Bereicherung (Reichhaltigkeit)
Die Merkmale der Reichhaltigkeit der Schrift aufzählen und erläutern sowie in ihrer Abweichung von der Schulschriftvorlage anhand von Schriftbeispielen erklären und interpretieren können.
4.2.3.3 Die Bindungsformen
Die verschiedenen Bindungsformen aufzählen, ihre Ausprägung erläutern und anhand von Schriftbeispielen schlüssig interpretieren und begründen können.
4.2.3.4 Linksläufigkeit und Rechtsläufigkeit (Richtungscharakter)
Die Feststellungskriterien des Richtungscharakters der Schrift bzw. des Schriftzuges nennen und anhand von Schriftbeispielen erläutern und die Interpretation begründen können.
4.2.3.5 Stellenbetonungen
Die Varianten der Stellenbetonung aufzählen, anhand von Schriftbeispielen erfassen und interpretieren können.
4.2.4 Variablen, die nicht in jeder Schrift vorkommen und nur fallweise registriert werden
Die Variablen erkennen, erfassen sowie ihre Bedeutung unter dem Aspekt der Gesamtheit der Schrift angemessen interpretieren und ihren Stellenwert begründen können.
5. Das graphologische Gutachten
Richtziel
Versandfähige graphologische Gutachten ausarbeiten und auf die im Auftrag gestellten Fragen in empfängergerechter Sprache Auskunft geben, die Grenzen und Möglichkeiten der graphologischen Methode und Aussagefähigkeit einhalten sowie die Merkmalseintragungen und Interpretationen erläutern und begründen können.
5.1 Rechtliche Aspekte
Die rechtlichen Belange bezüglich der graphologischen Arbeit schildern, die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften des Wohnsitz- bzw. Auftragslandes bezüglich des Persönlichkeitsrechtes und des Datenschutzes kennen und im Bedarfsfalle die Bezugsquellen nennen können. Die Bestimmungen der Internationalen Standesordnung in ihren Grundzügen schildern und begründen können.
5.2 Gutachtenaufbau (Struktur)
Den gewählten Aufbau eines eigenen Gutachtens im Einzelfall erläutern und begründen können. Den aus fremden Gutachten ersichtlichen Aufbau in ihrer Struktur erkennen und schildern und die Angemessenheit der Präsentationsform in einem bestimmten Fall begründen können.
5.3 Zweck
Eigene Gutachten zweckentsprechend erstellen können. Fremde Gutachten hinsichtlich ihres Zweckes in sprachlicher Form und in der Präsentation erkennen und beurteilen können.
5.4 Sprache
Die im Gutachten verwendete Sprachebene erläutern und begründen können. Den Grad der Angemessenheit der Sprache fremder Gutachten erkennen und auf ihre Tauglichkeit im Einzelfall begründen und beurteilen können.
5.5 Betriebsgutachten
Das Betriebsgutachten auftragsgemäss erstellen und die Aussagen in ihrer Ausführlichkeit oder Beschränkung im Einzelfall erläutern und begründen können. Die Erstellung und Interpretation von Anforderungsprofilen schildern und im Hinblick auf eine zu besetzende Stelle begründen können.
5.5.1 Anforderungen an die Unterlagen
Die Anforderungen an die vom Auftraggeber zu liefernden Unterlagen zur Erstellung eines betriebsgraphologischen Gutachtens aufzählen und im Einzelfall erläutern und begründen können.
5.5.2 Führungseigenschaften
Den Begriff der "Führungseigenschaften" schildern und im Einzelfall aufgrund des Anforderungsprofiles erläutern und begründen können. Die Komplexität der Begriffe von "Führungseigenschaften" schildern und im Hinblick auf die entsprechenden graphischen Komplexe begründen können.
5.5.3 Sprachliche Fassung
Die Angemessenheit der gewählten sprachlichen Ausdrucksweise im Gutachten erläutern und begründen können. In fremden Gutachten die angewandte sprachliche Ausdrucksweise erläutern und beurteilen können.
5.5.4 Spezielle Fragen
Die Möglichkeiten und Grenzen der graphologischen Aussagefähigkeit bezüglich spezieller Fragen erkennen, berücksichtigen und gegenüber Dritten unter Wahrung der rechtlichen und berufsethischen Werte und Vorschriften begründen können.
5.6 Partnerschaftsgutachten
Persönlichkeitsrechtliche Aspekte und die von Gesetz und Vorschriften gegebenen Grenzen erkennen, einhalten und die Vorgehensweise gegenüber Dritten unter Wahrung der rechtlichen und berufsethischen Werte und Vorschriften begründen können.
6. Nichtgraphologische, aber für den Graphologen nötige Kenntnisse und Fertigkeiten
Richtziel
Befähigung zur praxisreifen Tätigkeit als Gutachter und Berater bedeutet: die theoretischen und empirischen Grundlagen der Graphologie erläutern und begründen sowie angemessene Kenntnisse in den Nachbardisziplinen nachweisen können.
6.1 Pädagogischer Aspekt (Kinderschriften, Probleme im Kindes- und Jugendlichenalter u. ä)
Die Grundzüge der Pädagogik und die Schul- und Berufswelt des Wohnsitzlandes kennen und schildern können. Mögliche Einsatzgebiete der graphologischen Methode erläutern und begründen können.
6.2 Medizinische Aspekte (Auswirkungen von Krankheiten auf das Schreibverhalten u. ä.)
Die Grenzen der graphologischen Methode hinsichtlich medizinischer Feststellungen erkennen und die Unmöglichkeit von Diagnosestellungen erläutern und begründen können.
6.3 Juristische Aspekte (Persönlichkeitsrecht, Persönlichkeitsschutz, Datenschutz usw.)
Den rechtlichen Rahmen des Wohnsitzlandes bezüglich Persönlichkeitsrecht, Persönlichkeitsschutz und Datenschutzbestimmungen kennen und seine Komplexität hinschtlich seiner Einhaltung bei der graphologischen Tätigkeit erläutern und begründen können.
6.4 Ab- und Eingrenzungen gegenüber anderen Sach- und Fachgebieten
(forensische Schriftvergleichung, "Diagnose"-Aussagen nicht graphologisch verifizierbarer Art usw.)
Die Grenzen des Möglichen und Machbaren der graphologischen Methode schildern und begründen können. Die Internationale Standesordnung für Graphologen praktizieren und ihre Berechtigung auch Dritten gegenüber begründen können.